Arbeitsethos: Manager und Mönch, Kloster-Konzern?

Schreiben scheint dem vollbärtigen Mönch zwischen Klosterladen, Klausur und Kirche leicht zu fallen. Jeder Mensch sei ein Buch, solange er mit dem Herzen dabei ist. Anselm Grün schrieb 20 Jahre lang in seiner Abtei Münsterschwarzach. Jede Woche motiviert und diszipliniert dienstags und donnerstags von sechs bis acht in den Morgenstunden. Es war nicht das schnelle Feuerwerk. Später wurde er mit seinen Büchern zum Bestseller-Autor, weit über den christlichen Tellerrand hinaus. Ein Kurs für Manager bei Daimler schaffte den Durchbruch als Coach jenseits der Klostermauern. An seinem 65. Geburtstag, Anfang 2010, wird der Benediktiner-Pater auf 431 lieferbare Buchtitel zurückblicken. Seine Hauptbegriffe dabei? „Demut, Weisheit und Lebensmitte“, sagt er schüchtern. Doch das nicht wegen katholischer Dogmatik, sondern „aus einer tiefen Gottesfurcht heraus“, schiebt der Alt-68er nach. Diese Begriffe klingen fremd, verstaubt in unserer säkularisierten Gesells
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Leisten und Leben: Karriere ohne Reue

Johannes Czwalina meint, dass jeder Mensch entwicklungsfähig ist: „Eine unverwechselbare Kombination von Talent und Eigenart“. Dabei zieht der Top-Management-Berater an seiner Zigarre. Oben in der lichtdurchfluteten Penthouse-Wohnung. Seine beiden Handys liegen auf dem Tisch, ausgeschaltet. Ex-Pfarrer Czwalina rüttelt an Tabus wie Partnerschaft, Familie und Freunde. Aber auch Ethik, Moral und Religiosität spricht er an. Mehr Innerlichkeit, das betont er immer wieder. Wer kein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben hinkriegt, verschleißt auf Dauer. Neben selbstgebackenem Marmorkuchen und Coffee-to-go kreist sein Filzstift auf dem Flip-Chart, die Augen stets auf seine Gesprächspartner gerichtet. Die Atmosphäre wirkt warm, herzlich, entkrampft. Aber doch ernst, auf seine Art. Czwalina ist kein klassischer Coach. Rund 10 Jahre arbeitete er als Pfarrer, studierte Theologie in Basel, forschte in den Untiefen der Archäologie in Jerusalem. Dann bo
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Business Schools: Elite, Ethik, Oestrich-Winkel

Ihr Präsident hält solche Pauschalen für falsch, ein Drittel der Studis bestätigt sie nach eigenen Angaben. Es ist kurz nach acht. Der American-Barbecue-Abend hat gerade angefangen. Rund 1.000 Studenten, davon 500 geladene Gäste von außerhalb, drängen sich ans Buffet. „Bald wird es kein Essen mehr geben“, säuselt einer der Studis ins Headset. Der Mann im schwarzen Anzug gehört zum Orga-Team. Entgegen der Etikette gibt es gebratene, saftige, aber auch spritzende Maiskolben. Gar nicht so einfach beim ersten Smalltalk, niemand will sich blamieren. Wein aus den benachbarten Weinbergen gibt es nicht, erst morgen. Um halb zehn ist das Bier alle. Einige haben sich trotzdem betrunken, ein bisschen Party gemacht, Gefälligkeiten ausgetauscht. Das Geld fehlt den Veranstaltern im Jahr der Krise, spürbar. Auch das Zelt wurde erst kurz vorher finanziert. In Hochzeiten spendierten das die Investment-Banken samt Champagner und Kaviar. Unter dem Slogan „Rethink Capi
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Ethisches Portfolio: Formeln wie SRI und CSR

Ob Stiftungen, Versicherungen oder die Kirche. Institutionelle Anleger führen die Ranglisten von SRI ganz oben an. Corporate Governance unter Investment-Bankern. Henrik Syse ist extra aus Norwegen angereist. Er und andere wollen zeigen, dass SRI funktioniert. Mehrere Jahre hat er in der Corporate Governance von Banken und Ölkonzern gearbeitet. Warum ist das für deren Politik so attraktiv? Syse spricht lieber von ganzheitlichen Geschäften, als sich in der Praxis übers Scheitern zu ärgern. Ob Umwelt oder Soziales, mindestens der Zehnte gehöre langfristig ins SRI-Portfolio, wiederholt der Banker die Professoren. Dieses Signal der Anteilseigner könnte Manager Mut machen, sich ethischer zu verhalten. Unkenrufe gegenüber Investment-Bankern wären dann Schnee von gestern. Anleger und Management wüssten voneinander, könnten sich über Marktchancen konstruktiv unterhalten. Wenn SRI funktioniert, bringt es gutes Geld für viele Menschen. Klingt plausibel, fragt sic
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Öko-Boom: Bio-Food statt Dioxin – oder E10

Der Dioxin-Skandel bescherte dem Biomarkt verdoppelte Umsätze, vom Emsland bis ins Allgäu. Die Konsumenten ernähren sich bewusster. Nahrungsmittel wie Butter, Quark und Käse: Der Bio-Umsatz mit diesen Produkten wächst zweistellig. Kontrollierte, biologische und regionale Produkte sind überdurchschnittlich gefragt. Mehr als das Marktangebot hergibt. Denn es wirkt wie ein heiles Stück Welt, dieser Bio-Bauernhof, umgeben von dicken Bäumen auf den grünen Auen nahe dem niedersächsischen Bückeburg. Ernsthaft um den Arbeitsplatz sorgen musste sich hier noch niemand. Hände, die anpacken wollen, werden hier gebraucht. Lebensmittelskandale kennt man aus dem Fernsehen, nicht im Kuhstall. Und gut leben lässt es sich mit einem Bauernhof auch. Das Gehöft von Hans-Jürgen und Waltraud Hornung produziert ausschließlich Erzeugnisse aus rein biologischem Anbau. Bei dem harten Wettbewerb von Bauern und Nahrungsherstellern um billigere, ertragseffizientere Nahrungsmittel
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